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Fitschen und Jain im Schatten der Aufräumarbeiten bei der Deutschen Bank

Das vierte Quartal 2013 brachte einen enttäuschenden Milliardenverlust, wieder einmal muss das Führungsduo zu schlechten Nachrichten Rede und Antwort stehen. Insgesamt steht das Ergebnis der Deutschen Bank in 2013 weit hinter den Erwartungen zurück, Lichtblicke gibt es dennoch.

Quelle:flickr.com/ Sine Pi CC BY-SA 2.0 DE

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Wenn ein Bankhaus von internationaler Bedeutung einen überraschende Verlust einfährt, dann erregt das weltweit Aufsehen. Entsprechend ist der Kurs der Deutschen Bank Aktie auf einem Tiefstand. In 2013 blieb zwar insgesamt ein Gewinn, der blieb mit 1,1 Milliarden Euro aber unter den drei Milliarden, die Analysten erwarteten. Eine übermäßige Ausschüttung wird den Anlegern wohl verwehrt bleiben, denn auch die Kapitaldecke muss aufgebessert werden.

Es sind die Verfehlungen der Vergangenheit und der angekündigte Kulturwandel, die die Bank Milliarden kosteten. Nach Anshu Jain und Jürgen Fitschen ist diese Zeit auch mit 2014 noch nicht überwunden. Das operative Kerngeschäft, also der Gewinn des Branchenprimus ohne den laufenden Umbau, Probleme und Altlasten, sei eines der besten der letzten zehn Jahre. Insgesamt erzielte man einen Vorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro, hieß es bei der Vorlage der vorläufigen Jahresbilanz am Sonntag.

Ein Jahr zuvor hatte die Deutsche Bank nach Meinung der Experten bereits einen entscheidenden Fortschritt gemacht und das Schlimmste überstanden. Mit einem Gewinn vor Steuern von nur 814 Millionen Euro waren 2012 schon hohe Sonderbelastungen in die Bilanz geraten. Mit der Ankündigung, dass es mit 2014 auch nicht viel besser werde, richtet sich alle Planung auf das Jahr 2015 aus. Dann soll Institut auch weniger anfällig für Schwankungen sein.

Die Deutsche Bank leistete Strafzahlungen in Milliardenhöhe

Wegen des rigorosen Vorgehens der Behörden musste die Deutsche Bank im vergangenen Jahr bereits mehrmals die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten erhöhen. Im Dezember 2013 verhängte die EU-Kommission gegen das Institut eine Rekordstrafe von 725 Millionen Euro aufgrund ihrer Verstrickung in die Manipulation wichtiger Zinssätze, unter anderem dem Libor. Im gleichen Monat nahm das Institut ein Vergleichsangebot in den USA an, 1,9 Milliarden Euro zahlte sie wegen Hypothekengeschäften, die sie vor der Finanzkrise tätigte.

Obwohl eine Verurteilung wegen des Libor-Skandals in den USA noch aussteht, sind bereits weitere Verdachtsfälle in Prüfung. So wird gegen die Deutsche Bank im Devisenhandel ermittelt – ein Bereich, der die weltweite Nummer ein in diesem Geschäft teuer zu stehen kommen könnte. Allein für juristische Auseinandersetzungen sind bereits 2,3 Milliarden Euro zurückgelegt, weitere Rückstellungen dürften folgen.

Doch der versprochene Kulturwandel der Doppelspitze Jain und Fitschen wird von Analysten positiv aufgenommen. Es handele sich um wichtige Änderungen, die die Risiken in der Bilanz abbauen und Klarheit für Anleger und Investoren schaffe. So sei die Deutsche Bank in 2013 sicherer und vor allem ausgewogener geworden.

Quellen: RP-Online / Handelsblatt / Spiegel Online

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