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Reform könnte Auszahlungen einer Lebensversicherung kürzen

Kunden mit bald endenden Verträgen werden aufgrund des aktuell niedrigen Zinsniveaus bevorteilt, so der GDV. Die Politik sieht aber auch an anderen Stellen Handlungsbedarf und wird den Garantiezins in 2015 vermutlich weiter absenken.

Quelle:flickr.com/ Emilian Robert Vicol CC BY-SA 2.0 DE

Die Reform könnte Kunden mit einer Lebensversicherung teuer zu stehen kommen. Quelle:flickr.com/ Emilian Robert Vicol CC BY-SA 2.0 DE

Kurz nach der Europawahl gibt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble das bereits im März angekündigte Maßnahmenpaket für die Rettung deutscher Lebensversicherer bekannt. Das sogenannte Lebensversicherungsreformgesetz soll sichergestellen, das Versicherungen abgegebene Versprechen gegenüber Kunden auch in Zukunft einhalten können. Das bdeutet Einbußen für Aktionäre aber auch für die Kunden mit bald endenden Verträgen. Denn Dividendenzahlungen und Beteiligungen an Bewertungsreserven sollen nur noch dann gezahlt werden, wenn das Garantieversprechen nicht beeinflusst und das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt.

Aktuelle besteht ein Problem, weil Versicherungsgesellschaften auf einem vergleichsweise hohen Zinsniveau Wertpapiere mit einem langen Anlagehorizont gekauft haben. Diese Papiere schaffen eine klar kalkulierbare Rendite, mit der das Unternehmen über zehn Jahre und länger rechnen kann. Auf dem derzeitigen niedrigen Zinsniveau sind diese hochverzinsten Papier gefragt und steigen im Kurs. Kunden, deren Policen in dieser Zeit fällig werden, erhalten einen übermäßig hohen Anteil an den Bewertungsreserven. Zum Ablauf löst sich der Buchgewinn der Papiere wieder auf und benachteiligen Kunden, deren Verträge dann erst zur Auszahlung kommen.

Die Einzelheiten zur geplanten Reform stehen noch nicht fest. Doch richtet sich die Politik nach Empfehlungen des Branchenverbandes GDV. Dieser hatte schon länger Schritte gefordert, mit denen eine unfaire Verteilung der Überschüsse vermieden werden kann. Auch ist noch unklar, ob es einen Stichtag geben wird, zu dem die neue Regelung greifen wird.

Der Garantiezins fällt weiter

Einer weiterer entscheidender Punkte ist die erneut Absenkung des Garantiezinses. Dieser wurde in den letzten Jahren schrittweise von 4 Prozent als Höchststand auf nun 1,75 Prozent gesenkt und soll weiter fallen. Grundlage hierfür ist die Umlaufrendite zehnjähriger Staatsanleihen im Euroraum. Eine Anpassung schlägt die deutsche Aktuarvereinigung gemeinsam mit der BaFin dem Bundesfinanzministerium vor, das diesen in der Regel annimmt.

Quellen: Die Welt / n-tv / Tagesspiegel

Weitere Informationen: Lebensversicherung / Garantiezins

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